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Beiträge zum Thema Arbeitnehmerveranlagung 2020

Das neue Home-Office Paket aus Arbeitnehmersicht

Zu den steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Rahmenbedingungen für Home-Office haben wir Sie bereits in diesem Beitrag informiert. Wie sich Home-Office auf die Arbeitnehmerveranlagung 2020 auswirkt – darüber informieren wir Sie hier.

In nachstehenden Beitrag wollen wir auf das neue Home-Office Paket aus der Sicht der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen näher eingehen und die steuerlichen Auswirkungen im Detail beleuchten und die wichtigsten Fragen dazu beantworten. Denn die österreichische Bundesregierung hat mit dem „Home-Office-Maßnahmenpaket 2021“ neben arbeits- und sozialversicherungsrechtlichen Regelungen auch neue steuerrechtliche Bestimmungen für den Bereich „Home-Office“ beschlossen.

FAQ zum neuen Home-Office Paket

Welche neuen steuerrechtlichen Maßnahmen bringt das Home-Office-Paket mit sich?

Bisher gab es keine gesetzliche Definition für den Begriff „Home-Office“. Das ändert sich jetzt im Zuge des Home-Office-Maßnahmenpakets 2021. Denn nach § 18c AVRAG umfasst die Arbeit im Home-Office erstmals die Einbringung von Arbeitsleistungen in der Privatwohnung des Dienstnehmers/ der Dienstnehmerin. Demnach liegt also Arbeit im Home-Office vor, wenn der Arbeitnehmer bzw. die Arbeitnehmerin auch Arbeitsleistungen in einer Wohnung an einem Nebenwohnsitz oder auch in einer Wohnung eines/r Angehörigen/in bzw. Lebensgefährten/in erbringt. Ebenso erfasst sind auch Materialien.

Aber Achtung: Arbeitet man an anderen Orten wie beispielsweise im Park, in Cafès, in Restaurants, etc., fällt das nicht unter Home-Office. Somit fällt auch das Arbeiten am Urlaubsort nicht darunter.

Was tut sich im Bereich der Einkommensteuer?

Im Bereich der Einkommensteuer bringt das Home-Office Paket neue Abzugsfähigkeit bestimmter Beträge im Ausmaß bis zu € 600,00 pro Jahr mit sich. Teilweise sollen die neuen Bestimmungen rückwirkend für 2020 in Kraft treten. Allerdings gilt hier vorläufig eine Befristung bis zum Jahr 2021.

Thema Home-Office-Pauschale: Was ist hier zu berücksichtigen?

Generell muss zwischen Arbeitnehmer/in und Arbeitgeber/in eine Vereinbarung über die Arbeitsleitung im Home-Office bestehen. Der/die Arbeitgeber/in kann in der Personalabrechnung bis zu 100 Home-Office-Tage im Jahr mit maximal € 3,00 pro Tag (also maximal € 300,00 pro Kalenderjahr) steuerbegünstigt berücksichtigen. Wird dieser Höchstbetrag jedoch überschritten, stellt der überwiegende Teil einen steuerpflichtigen Arbeitslohn dar und muss im Zuge der Veranlagung erfasst werden.

Sollte das Home-Office-Pauschale nicht im vollen Ausmaß (maximal € 300,00 pro Kalenderjahr) ausgeschöpft werden, so kann der/die Arbeitnehmer/in die Differenz als Werbungskosten in der Arbeitnehmerveranlagung geltend machen (= Differenzwerbungskosten gem. § 16 Abs 1 Z 7a lit b EStG). Sollte der/die Arbeitnehmer/in seitens des/der Arbeitgebers/in kein Home-Office-Pauschale erhalten, so kann der Gesamtbetrag als Werbungskosten abgesetzt werden (Voraussetzung: es müssen entsprechende Home-Office-Tage erbracht worden sein).

Wichtig: Bitte beachten Sie, dass dieses Home-Office-Pauschale erst ab 2021 nicht steuerpflichtig ist! Sollten Sie von Ihrem Arbeitgeber bzw. Ihrer Arbeitgeberin bereits im Vorjahr (2020) einen Kostenzuschuss für Ihre Tätigkeit im Home-Office erhalten haben, sieht die Finanz diesen Teil als steuerpflichtige Einkünfte an.

Home-Office und ergonomisches Mobiliar: Was versteht man darunter?

Bisher konnten Arbeitnehmer/innen Ausgaben für Einrichtungsgegenstände für „das Büro zuhause“ nur dann als Werbungskosten in ihrer Arbeitnehmerveranlagung geltend mache, wenn ein steuerlich anerkanntes Arbeitszimmer vorlag. Mit dem neuen Home-Office-Paket ändern sich die strengen Voraussetzungen und man kann künftig Ausgaben für so genanntes „ergonomisches Mobiliar“ wie beispielsweise Schreibtisch, Drehstuhl oder Schreibtischlampe, geltend machen. Für die Veranlagung 2020 können bis zu € 150 an Werbungskosten für ergonomisches Mobiliar ohne Anrechnung auf das Werbungskostenpauschale (idHv € 132) berücksichtigt werden. Allerdings setzt dies eine Tätigkeit im Home-Office von mindestens 26 Tagen im Jahr voraus.

Um Unklarheiten hinsichtlich des ergonomischen Mobiliars zu vermeiden: Unter ergonomisch geeignetes Mobiliar fallen natürlich auch andere Gegenstände, wenn sie eindeutig dazu dienen, das Arbeiten in ergonomischer Hinsicht zu verbessern (zB. Sitzball, Fußstütze, Vorlagehalterung, etc.).

Wird der Höchstbetrag von € 150 für ergonomisches Mobiliar in der Arbeitnehmerveranlagung 2020 nicht ausgeschöpft, so kann selbstverständlich die Differenz auf € 150 ebenso im Jahr 2021 ergänzt werden. Wichtig ist, dass für die Jahre 2020 und 2021 maximal € 300,00 abgesetzt werden können.

Home-Office und digitale Arbeitsmittel: Worauf ist hier zu achten?

Hinsichtlich der „digitalen Arbeitsmittel“ – darunter fällt beispielsweise der Laptop, den der/die Arbeitgeber/in für Home-Office unentgeltlich zur Verfügung stellt – wurde Klarheit geschaffen, dass hier kein Sachbezug anzusetzen ist und in diesen Fällen auch keine steuerbaren Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit anfallen.

Kauft sich der/die Arbeitnehmer/in hingegen auf eigene Kosten einen Computer, Laptop oder entsprechendes Zubehör (zB. Drucker, Bildschirm) können Werbungskosten in der Arbeitnehmerveranlagung berücksichtigt werden. In der Regel ist hier ein Privatanteil von 40 % anzunehmen. Das heißt, in der Arbeitnehmerveranlagung können die Anschaffungskosten für „digitale Arbeitsmittel“ nur im Ausmaß von 60 % auf Basis einer mind. 3-jährigen Nutzungsdauer (AfA = Absetzung für Abnutzung) berücksichtigt werden. Liegen die Anschaffungskosten unter € 800 spricht man von so genannten „geringwertigen Wirtschaftsgütern“, di sofort (also ohne Nutzungsdauer) und in voller Höhe abgesetzt werden können.

Immer wieder treffen Fragen hinsichtlich Aufwendungen für „Homeschooling“ bei uns ein: Bitte beachten Sie, dass Aufwendungen im Zusammenhang mit Homeschooling – beispielsweise der für das Schulkind gekaufte Laptop – als Ausgaben der privaten Lebensführung angesehen werden und somit in der Arbeitnehmerveranlagung nicht als Werbungskosten geltend gemacht werden können. Nutzen Sie jedoch diesen Laptop auch beruflich, so können Sie anteilig Werbungskosten mit einem Privatanteil berücksichtigen.

Die Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Home-Office-Pauschale finden Sie auch auf der BMF-Website.

Sehr gerne unterstützen wir Sie bei Fragen. Bitte kontaktieren Sie uns telefonisch unter +43 4352 2848-0.

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